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Der 55-Milliarden-Rechenfehler.

1 November 2011
von Dani Parthum

Die FMS Wertmanagement hat sich um mehr als 55 Milliarden Euro vertan. Was für ein gigantischer Rechenfehler bzw. Bilanzierungsfehler! Ein Gau. 55 Milliarden zuviel hat die „Bad Bank“ der Hypo Real Estate, der HRE, in ihrer Bilanz 2010 stehen. Ausgerechnet in der ersten Bilanz nach Gründung der Abwicklungsanstalt passiert so etwas. Nicht sehr vertrauenserweckend!

Der Fehler kam für mich aber nicht aus heiterem Himmel. Meine Recherchen hatten Monate zuvor ähnliches ergeben — durch Überschlagsrechnungen. Ein renommierter Wirtschaftsprüfer hatte mir dabei geholfen. Unsere errechnete Differenz in der Bilanz von 2010 betrug rund 40 Milliarden Euro, die die FMS-W allerdings auch nach mehrfacher E-Mail-Anfrage nicht erklären konnte.  

Im WDR 2 – Morgenmagazin habe ich ein einschätzendes Interview über den gigantischen Rechenfehler gegeben. Das war am Montag, den 31. Oktober 2011, drei Tage nach Bekanntwerden des Fehlers durch das Magazin Stern. Moderator ist Jürgen Mayer.

Das Interview können Sie nachhören, wenn Sie auf den Link klicken …

WDR2 — Interview zum 55-Milliarden-Rechenfehler der FMS Wertmanagement

… oder den Player starten:

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(Hinweis: Es kann etwas dauern, bis etwas zu hören ist.)  

Den Bilanzierungsfehler hat die FMS-W übrigens nie öffentlich erklärt. Im Geschäftsbericht 2012 erwähnt sie ihn beiläufig und nebenbei, ohne wirkliche Erklärung. Sie versteckt sich vielmehr hinter Phrasen.

Und auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, CDU, der „oberste Aufseher“ und Dienstherr der FMS-Wertmanagement und seiner Vorstände, hat es abgelehnt, den Fehler nachvollziehbar zu erklären. Stattdessen: Abwiegeln, tief hängen, weiter machen, als ob nichts gewesen wäre.

Auch die Prüfungsgesellschaft, die die Bilanz und die Bücher der FMS-W auf Richtigkeit und Vollständigkeit durchleuchtet hat, hat sich nicht erklärt. Es ist eine der „renommiertesten“ weltweit: PriceWaterhouseCoopers, kurz PwC. Die Welt titelte dazu korrekt: Keiner will es gewesen sein

Hätte sich die Siemens AG oder die Telekom beispielsweise um eine derartige Summe in der Bilanz vertan, wäre die Hölle los gewesen — an der Börse, beim Aufsichtsrat und den Aufsehern der Wirtschaftsprüfergesellschaften. Denn DAS ist der Gau in der Zunft der Wirtschaftsprüfer: Fehlbuchungen und falsche Bilanzierungen nicht zu finden.

 

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