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Die gehörten Zeugen im HSH-Prozess.

30 Juli 2013
von Dani Parthum

Für den besseren Überblick in diesem vielschichtigen Prozess hier die gehörten Zeugen. Ich aktualisiere die Liste der Zeugen regelmäßig.

Die Zeugen werden aus Persönlichkeitsgründen aber nur dann mit vollem Namen genannt, wenn es sich um Personen der Öffentlichkeit handelt, z.B. um Politiker oder bekannte Sachverständige.

 

1. Zeuge:  Marc S.
Bankkaufmann, Financial Institutional Group London FIG (schied per Aufhebungsvertrag aus der HSH aus)

die FIG hat Omega 55 initiiert, Marc S. hat die Vorstandsvorlage koordiniert und alle benötigten Informationen und Stellungnahmen aus den Fachabteilungen wie Recht, Risiko, Controlling, angefordert; warum er einverstanden war, dass in der Vorlage stand, dass die Rechtsabteilung Omega 55 umfassend geprüft habe (was die zuständigen Juristen verneinen) — bleibt vorerst sein Geheimnis 

 

2. Zeuge:  Dr. Michael S.
Gruppenleiter in der Immobiliensparte „Real Estate“ 

war Leiter der Mitarbeiter, die Immobilienkredite für Omega 55 zusammenstellten, die im Teil-A dann von der BNP Paribas gegen Verluste abgesichert wurden; war in ganzen Prozess wenig eingebunden, fand den Teil-B „intelektuell interessant“, kannte er zuvor nicht (siehe Zeuge 9)

 

3. Zeugin:  Sirka H.
Betriebswirtin, Abteilung Neue-Produkte-Neue-Märkte NPNM (ist gegangen)

sie hatte als Koordinatorin in Abstimmung mit diversen Abteilungen zu prüfen, ob Omega 55 händelbar für die Bank ist, aufsichtsrechtliche Anforderungen erfüllt und ob das Geschäft zu empfehlen sei; die Abteilung empfahl Omega, wenn auch unter zahlreichen Auflagen 

 

4. Zeugin:  Angelika S.
Buchhalterin (noch in HSH)

musste als Koordinatorin dafür sorgen, dass Omega 55 an die richtigen Stellen in der HSH gebucht wurde, womit sie und ihre Kollegen ihre liebe Not hatten; von ihr stammt der Satz: „Die HSH stand Ende 2007 am Abgrund.“    

 

5. Zeugin:  Vera S.
Juristin der Rechtsabteilung (hat mit Aufhebungsvertrag die Bank verlassen)

zuständig für aufsichtsrechtliche Fragen; sie soll gesagt haben, Omega 55 funktioniere aufsichtsrechtlich, das habe sie aber gar nicht gesagt, erklärte sie vor Gericht; ihr Kollege Sascha E. bestätigt später diese Aussage (siehe Zeuge 7)

 

6. Zeuge:  Michael M.
Jurist der Financial Institutional Group London (verließ HSH)

er hatte sicherzustellen, dass die gesamte rechtliche Dokumentation zu Omega 55 vollständig, richtig und verbindlich ist nach britischem Recht

 

7. Zeuge:  Dr. Sascha E.
Jurist der Rechtsabteilung in Kiel (noch in HSH)
Sascha E. war ein Mitarbeiter von Vera S., zuständig für aufsichtsrechtliche Fragen; der Jurist hat Omega 55 in einer ersten Einschätzung für aufsichtsrechtlich wirksam befunden, allerdings mit der Einschränkung, dass die über Teil-A ausgelagerten Immobilienkredite nicht über Teil-B wieder in die Bank zurückgenommen werden dürfen, auch er hat kein schriftliches Statement über die Bafin-konforme Wirksamkeit erstellt (siehe Zeugin 5 Vera S.)

 

8. Zeuge:  Andreas B.
Bankkaufmann und Volkswirt, Kredit Risiko Management, M3-Leiter

er musste innerhalb eines Wochenendes prüfen, ob die Risiken, die sich aus dem Konstrukt Omega 55 für die HSH Nordbank ergeben könnten, für die Bank vertretbar waren, er sagte: ja, aber auch unter Auflagen

 

9. Zeuge:  Lars Q.
Bankkaufmann, „Real Estate Finance Group“, Immobiliensparte

Lars Q. war Mitarbeiter von Dr. Michal S., stellte mit seinen Kollegen die Immobilienkredite zusammen, für die die BNP Paribas im Teil-A von Omega 55 die Ausfallrisiken absicherte; Lars Q. sagte:  „für die Immobiliensparte war es gut, dass Kreditrisiken erst abgesichert wurden und dieselben Risiken über Teil-B wieder zurück in die Bank kamen (sie kannten ja die Risiken der Immobilienkredite); für ihn war zu jeder Zeit klar, dass Omega aus zwei Teilen bestand (siehe Zeuge 2)

 

10. Zeuge:  Sven M.
M2-Leiter der 
Abteilung Neue-Produkte-Neue-Märkte NPNM (noch in HSH)
strukturierte die Abteilung ab 2007 neu, hatte den Eindruck, dass die Londoner Kollegen fanden: „Das Haupthaus in Kiel und Hamburg hat uns nichts zu sagen!“; ein Fehler sei es gewesen, nicht nachzuhaken, ob die Abteilungen die Bedingungen, die NPNM in ihren Einschätzungen stellte, auch erfüllt haben

 

11. Zeuge:  Kai R.-U.
Controller für Handelsrecht und Bilanzfragen, Rechnungswesen, Accounting (arbeitet noch in HSH)
sollte einschätzen, wie Omega in der Bilanz der HSH Nordbank abzubilden ist; für die Prüfung lag ihm nur eine Skizze vor, die zuerst nur Teil A enthielt – später kam Teil B hinzu; der Controller braucht für seinen Job aber eigentlich die fertigen Verträge; er fragte sich, warum die HSH ein solches „Kreislaufgeschäft“ abschließt …     

  

12. Zeuge:  Dr. Wolfgang Gössmann
Jurist, Leiter der Rechtsabteilung der HSH (wurde von HSH gekündigt)

sagt, er war zu keiner Zeit in die rechtliche Bewertung und Einstufung von Omega 55 eingebunden, seine Mitarbeiterin Vera S.(Zeugin 5) behauptet etwas anderes und auch E-Mails legen anderes nahe; von Omega habe er erst erfahren, als die Verträge unterschrieben waren; hat Vera S. eineinhalb Jahre später fristlos entlassen, auf Prof. Nonnenmachers Anweisung hin  

 

13. Zeugin:  Ruth B.
Juristin und Beamtin, Fachaufsicht über HSH bei der BAFIN (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht)
BAFIN hatte von Teil B keine Kenntnis;  Omega 55 wurde ihnen erst als Ganzes Ende 2008 vorgestellt; haben Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG mit Sonderprüfung der HSH beauftragt — die die HSH bezahlt hat; Nach-Prüfung des Gesamtgeschäfts Omega 55 hielt BAFIN 2008 aber nicht für nötig; hätte HSH der BAFIN vollständig von Omega 55 berichtet, also von Teil A und B, hätte BAFIN keine aufsichtsrechtliche Wirkung akzeptiert 

 

14. Zeuge:  Thomas B.
Rechnungswesen, Accounting (arbeitet noch in HSH)

 

15. Zeuge:  Lars F.
Abteilung Neue Produkte Neue Märkte NPNM
hatte Zweifel an Omega, schrieb das auch seinem Vorgesetzten, der aber nicht reagierte; Lars F. konnte später die Entscheidung des Vorstands für Omega 55 nicht nachvollziehen

 

16. Zeuge:  Dr. Martin v.G.
promovierter Mathematiker, Leiter Group Risk Management GRM (kam von McKinsey, verließ HSH 2012 auf eigenen Wunsch)
Finanzkonstrukte wie Omega 55 hatten zwei Vorstände und der Zeuge v.G. Mitte 2007 als Bilanzkosmetik gebrandmarkt und wollten sie nicht weiter verfolgen (taten sie mit Omega 55 dann aber doch); HSH-Mitarbeiter hatten bis Ende 2007 noch nie erfahren, dass namhafte Risiken schlagend werden können (und waren dann enorm überrascht angesichts der Milliardenverluste); GRM hat im Sommer 2007 erklärt, wie „synthetische CDO’s“ in der Bilanz anzugeben sind, Omega wurde dennoch zum 31.12.2007 falsch bilanziert (Teil B gilt auch als synthetisches CDO)

 

17. Zeuge:  Rainer H.
Betriebswirt, 
Leiter der HSH-Tochter Securities S.A. in Luxemburg (verließ HSH 2008)
H. war Spezialist für Verbriefungstransaktionen und wurde 2005 Leiter der neu gegründeten Securities S.A. in Luxemburg; die N Sec., wie die Tochter in der HSH genannt wurde, hatte das Kreditersatzgeschäft der HSH zu managen und besaß eine eigene Banklizenz (!), H. war aber in die Transaktion Omega 55 nicht involviert

 

18. Zeugin:  Dr. Regina E.
Wirtschaftsmathematikerin, Referatsleiterin Hauptverwaltung Hamburg Deutsche Bundesbank (Bankenaufsicht)
Die Bundesbank hat das Gesamtgeschäft Omega 55 auch nachträglich NICHT auf seine regulatorische Wirksamkeit geprüft; die Bankaufsicht hatte 2008 aber schon gesehen, dass Omega nicht den von der HSH Nordbank angegebene, kapitalentlastende Wirkung entfaltete; die Bundesbank forderte dennoch KEINE Änderung der Kapitalberechnung von der HSH; Begründung: Teil A war bereits gekündigt, als die Bundesbank davon erfuhr … 

 

19. Zeuge:  Gunther P. 
leitete in Kiel die Abteilung, die sich Eigenkapitalentlastende Transaktionen ausdenkt (noch in HSH)
wurde bei Omega 55 übergangen, findet er  

 

20. Sachverständiger:  Christoph Hultsch
Wirtschaftsprüfer,
vom Gericht bestellter Sachverständiger, Partner bei Ernst&Young, Fachmann für Verbriefungstransaktionen
sagt: Omega zu genehmigen, könne er nicht nachvollziehen. „Es ist erstaunlich, dass so ein Geschäft unter Kaufmännern zustande gekommen ist!“

Die Transaktion sei von vornherein ökonomisch unvorteilhaft für die HSH Nordbank gewesen – unabhängig von der späteren Entwicklung des Finanzsektors.

 

21. Parteilicher Sachverständiger:  Dr. Dieter Glüder
IKB-Vorstand,
von Verteidiger Norbert Gatzweiler beauftragter Sachverständiger, Gründungsmitglied der TSI-GmbH, Verbriefungsexperte
sagt: die Vorstandsvorlage für Omega 55 war vollständig und eindeutig und Omega für die HSH ein günstiges Geschäft

 

22. Zeuge:  Alexander C. N.
Diplom-Kfm, angestellt 2007 bei der BNP Paribas als Managing Director, war Kundenbetreuer der HSH Nordbank
sah die HSH als „rich pipeline“ an und erkärte, dass aus der Kundenbeziehung mit der HSH ein außergewöhnlich hoher Gewinnbetrag hervorging, allein Omega 55 soll der BNP Paribas jährlich mind. 10 Mio Euro eingebracht haben

 

23. Zeuge:  Heiko L.
Jurist, Abteilungsleiter für Kapitalmarktrecht in der HSH Nordbank (seit 2013 im Vorruhestand)
für ihn war Teil-A von Omega 55 relevant, Teil-B dagegen hatte er „nicht vor Augen“, ansonsten erinnerte er sich in diesem Zusammenhang an nicht mehr viel 

 

24. Zeuge:  Dr. Matthias E.
Jurist für Kapitalmarktrecht bei der HSH Nordbank (arbeitet noch in der HSH)
war nicht an Omega 55 beteiligt, sollte aber ein
rechtliches Dokument dafür unterschreiben

 

25. Zeugin:  Elke G.
Juristin der HSH Nordbank (arbeitet noch in der HSH)
war auch nicht an Omega 55 beteiligt, unterschrieb aber offenbar ein rechtliches Dokument dafür, aber sie erinnert sich nicht mehr daran

 

26. Zeuge:  Michael G.
Jurist für Kapitalmarktrecht bei der HSH Nordbank (hat gekündigt)
war ebenso nicht an Omega 55 beteiligt, unterschrieb aber auch wie Elke G. offenbar ein rechtliches Dokument dafür, aber er erinnert sich nicht mehr daran

 

27. Sachverständiger:  Prof. Martin Hellmich
vom Gericht bestellter Sachverständiger, Mathematiker, Fachmann für die Bewertung von komplexen Finanzderivaten wie Omega 55
er soll den Vermögenswert der Transaktion zum Zeitpunkt der Vertragsunterschriften bestimmen

 

28. Zeugin: Magdalena W.
Juristin der HSH Nordbank, arbeitete in der Rechtsabteilung in Kiel (hat HSH 2008 verlassen)
Kollegin von Vera S. (Zeugin 5), war überrascht, als Zeugin geladen zu werden; konnte sich an eine Mitarbeit bei Omega 55 nicht erinnern, obwohl einige eMails belegen, dass sie in irgendeiner Form eingebunden war

 

29. Zeuge: Niels M.
Wirtschaftsprüfer bei KPMG, verantwortlicher Abschlussprüfer des Jahresabschlusses der HSH 2008

stellte fest: Omega 55 war falsch verbucht worden; meinte, die HSH war mit der Situation Ende 2008 überfordert und befand, dass man sich mit der Vorstandsvorlage zu Omega 55 intensiv hätte beschäftigen müssen, um sie zu verstehen; hatte den Eindruck, dass das Geschäft nicht ganz verstanden worden ist in der Bank 

 

30. Zeuge: Michael K.
Wirtschaftsprüfer bei KPMG, zweiter verantwortlicher Abschlussprüfer des Jahresabschlusses der HSH 2008

berichtete, Omega 55 habe ein mehrdimensionales Risiko gehabt und war nicht richtig gemanagt und die Entscheider hätten von Wirkungen und Komplexität bei Omega 55 nichts gewußt 

 

31. Zeuge:  Peter K.
ehemaliger Wirtschaftsreferent der Staatsanwaltschaft Hamburg

musste u.a. Übersetzer für die englisch-sprachige Vorstandsvorlage finden und hatte damit seine Mühe  

 

32. Zeuge:  Dr. Thomas Emde
Anwalt der internationalen Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer, Hauskanzlei der HSH Nordbank 

hatte im Auftrag der Bank 2010 u.a. die Vorstände für ein (streng geheimes) Gutachten über das Risikomanagement der Nordbank befragt, konnte manche Widersprüche auch nicht aufklären  

 

Stand:  1. August 2014 

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