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Update 55-Milliarden-Fehler — Muss PwC doch reden?

17 Mai 2013
von Dani Parthum

Tut sich jetzt endlich doch etwas?

Muss PwC, eine der vier einflussreichen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, jetzt doch öffentlich Verantwortung für den gigantischen Bilanzfehler übernehmen, den ihre Prüfer nicht entdeckt haben?

Die Grünen jedenfalls scheinen Druck zu machen. Ihr Finanzfachmann Gerhard Schick will jetzt doch darauf drängen, dass die Bundesregierung den Bericht über das berufsrechliche Verfahren der Wirtschaftsprüferkammer gegen PwC veröffentlicht. Mir gegenüber hatte Schick im Februar (2013) erwähnt, dass er PwC schriftlich gebeten habe, den Prüfbericht der Berufsaufsicht, also der Wirtschaftsprüferkammer, offen zu legen. PwC hat das mit Nicht-Argumenten abgelehnt. 

Gerhard Schick sitzt im geheimen Finanzmarktgremium, dass die Bad Bank der Hypo Real Estate, die FMS-Wertmanagement, kontrolliert bzw. kontrollieren soll. Viele Unterlagen dürfen die Abgeordneten aber gar nicht einsehen, angeblich wegen des Bankgeheimnisses, und dazu gehört wohl auch der Bericht über das Ergebnis der berufsrechtlichen Prüfung. Darüber habe ich hier berichtet. Jetzt will Schick heute, Freitag 17. Mai, in der Geheimsitzung des Kontrollgremiums beantragen, den für den Fehler verantwortlichen PwC-Prüfer Sven Hauke und sein Team vorzuladen.

Damit könnte endlich auch die Öffentlichkeit erfahren, wie es wirklich zu dem 55-Milliarden-Rechenfehler in der Bilanz der FMS-W für das erste Bilanzjahr 2010 kommen konnte.

Bisher hat die Bundesregieurng als Eigentümerin und Oberkontrolleurin der FMS-W den Fehler kleingeredet und die Aufarbeitung unter Verschluss gehalten. Und die Wirtschaftsprüfergesellschaft PwC hat sich weggeduckt.

Das Handelsblatt schreibt:

Hypo Real Estate:  PwC-Wirtschaftsprüfer sollen für Fehlbuchung büßen

exklusiv
Mitarbeiter von Pricewaterhouse-Coopers haben eine Fehlbuchung bei der Bad Bank der Hypo Real Estate übersehen. Die Grünen wollen sie nun zur Anhörung vorladen. Für die Wirtschaftsprüfer droht ein Nachspiel.

 

Um den Sachverhalt noch einmal einzuordnen: Bei der Diskussion um eine Veröffentlichung der Ergebnisse des berufsrechtlichen Verfahrens geht es nicht um Kleinigkeiten. Der Rechen- bzw. Bilanzfehler der PwC-Wirtschaftsprüfer ist schwerwiegend! Es ist Aufgabe von Wirtschaftsprüfern, solche Fehler in Bilanzen zu finden. Dafür werden sie bezahlt, dafür werden sie angeheuert. Wer einen derartigen Fehler übersieht, muss sich viele Fragen gefallen lassen, wie ein Chirurg, der statt des linken Beines das rechte amputiert hat.

Unter Wirtschaftsprüfern gilt der Fehler deshalb als SUPER-OBER-GAU. Nur öffentlich reden will keiner darüber. Die Anderen der Zunft sind froh, dass es ihnen nicht passiert ist.  

Was wäre wohl los gewesen an der Börse, hätte sich Siemens oder Volkswagen um einen derartigen Betrag in der Bilanz vertan?

PwC prüft im Übrigen weiterhin die Bilanzen der FMS-Wertmanagement, als wäre nichts gewesen. Verantworlicher Prüfer ist aber nicht mehr Sven Hauke.

Lust, hier mitzureden?

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