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… gestern in der Gerichts-Kantine …

26 Juni 2014
von Dani Parthum
Nonnenmacher

Nonnenmacher verlässt den Gerichtssaal

… hat er doch tatsächlich gelächelt.

Und nicht nur einfach so vor sich hin. Er lächelte einen Kollegen und mich an. Journalisten also. Gewöhnlich blickt Prof. Dirk Jens Nonnenmacher durch unsere Berufsgruppe schlicht hindurch, ignoriert uns beflissentlich wie kaum ein Zweiter, selbst wenn wir uns erlauben, ihn zu grüßen. Was man als zivilisierter Mensch eben so tut. Aber gestern konnte er nicht an sich halten. 

Gestern lächelte Ex-HSH-Finanzvorstand Nonnenmacher tatsächlich Journalisten an. Nicht, um uns zu begrüßen. Sondern, weil wir einfach auf unser Essen in der Gerichtskantine warteten und vorn an der Essens-Ausgabe standen und die Kantinen-Köchin laut in den Raum rief – zwei Teller mit Currywurst und Pommes balancierend – „Currywust Pommes!“

Und da kam er, der hochgewachsene Mann herbeigeeilt, schnellen Schrittes. Er lächelte uns, die wir da im Angesicht seiner dampfenden Currywurst standen, verständnissuchend an und nahm die vollen Teller fast entschuldigend entgegen.

Jedes Mal, wenn ich in der Kantine zu Mittag aß, hatte sich der Ex-Banker Currywurst bestellt. Eine stolze Currywurst. Inmitten vieler Pommes Frites.

Sollten es am Ende tatsächlich mehr als … 60 Currywürste werden, die Dr. No gegessen hat? An jedem Prozesstag … eine?

Ja, so sieht es jedenfalls aus.

Das zumindest wäre ein heiterer Aspekt des Untreue-Prozesses.

6 Kommentare Auch mitreden →
  1. Bescheidwisser permalink
    26. Juni 2014 @ 20:10

    Bei der Gesichtsfarbe mag man ihm zu etwas Gesünderem als gerade Currywurst raten ;-)

  2. Gregor Schmidtbaur permalink
    27. Juni 2014 @ 11:25

    Mal abgesehen vom ganz leicht devoten Subton des Artikels ;)
    …ein schönes Hoch auf die Betriebskantine als egalisierendes Element der Gesellschaft.
    Stehen da ohne Ansehen alle gleich lang dumm rum und warten bspw. auf Currywurst.
    Fantastisch.
    Der eine versenkt federführend ein paar Millionen und wartet auf Currywurst.
    Der andere richtet über versenkte Millionen und wartet auf Gulasch.
    Der dritte bloggt über versenkte Millionen und wartet auf…ja worauf eigentlich?

    • 27. Juni 2014 @ 11:32

      … in diesem Fall auf spanisch angematschten Reis mit Pilzen und Feta – und dass der Prozess bald sein Ende findet.

      • Gregor Schmidtbaur permalink
        27. Juni 2014 @ 11:50

        Also ich denke nach 70 Currywürsten besteht die Chance, dass der Prozess aus medizinischen Gründen beendet wird. Die Menge an Currywurst kommt ja eher einer Selbstkasteiung anstelle Nahrungsaufnahme gleich.

  3. 27. Juni 2014 @ 14:07

    Eigentlich eine gute Idee, kann er doch so glaubhaft machen, daß er wirklich nur
    12.000 Euro/anno zur Verfügung hat.
    Sehr schlank ist er ja.

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