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Der 10- und 50-Mio-Vermögensschaden zu Vertragsbeginn. Theoretisch.

8 April 2014

Staatsanwalt Maximilian Fink brachte die Gemütslage der meisten Prozessbeteiligten an diesem 50. Verhandlungstag mit einem Satz auf den Punkt: „Wenn SIE von einem einfachen Beispiel sprechen, kriege ich schon Angst.“ Mit „Sie“ sprach Fink den ihm gegenüber auf der Zeugenbank sitzenden Mathematiker und Verbriefungsexperten Prof. Martin Hellmich an (der übrigens auch lachen musste bei diesem Satz). Denn „einfach“ war an den Erklärunge…


Staatsanwalt Maximilian Fink brachte die Gemütslage der meisten Prozessbeteiligten an diesem 50. Verhandlungstag mit einem Satz auf den Punkt: „Wenn SIE von einem einfachen Beispiel sprechen, kriege ich schon Angst.“ Mit „Sie“ sprach Fink den ihm gegenüber auf der Zeugenbank sitzenden Mathematiker und Verbriefungsexperten Prof. Martin Hellmich an (der übrigens auch lachen musste bei diesem Satz). Denn „einfach“ war an den Erklärungen des Mathematikers so gar nichts. 

Prof. Martin Hellmich@Frankfurt School of Finance

Prof. Martin Hellmich

Prof. Martin Hellmich ist der dritte Sachverständige des Verfahrens gegen die 6 früheren HSH-Vorstände. Er lehrt an der Frankfurt School of Finance und wurde vom Gericht bestellt. 

Vermögensschaden errechnet, nicht nachgesehen

Das Gericht hatte ihn beauftragt auszurechnen, ob der zweite Teil des Finanzgeschäft Omega 55, die Verbriefung (=STCDO), zum Zeitpunkt der Genehmigung durch die Vorstände noch so werthaltig war, wie es in der Vorstandsvorlage stand. Oder ob sich bereits ein Vermögensschaden auf das 400-Millionen-Euro-„Wertpapier“ eingestellt hatte, aufgrund der immer größer werdenden Verwerfungen zwischen den Banken Ende 2007. 

Um also herauszufinden, wie der Wert/Preis eines Teils von Omega war, musste ein Gutachter RECHNEN. Den Risikokontrolleuren der HSH Nordbank war es nämlich nicht möglich, den Wert der Verbriefung der Jahre 2007 und 2008 in ihren Unterschlagen nachzuschlagen und sie den Richtern auszuhändigen. (und dann wil…
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4 Kommentare Auch mitreden →
  1. bescheidwisser permalink
    9. April 2014 @ 20:26

    Das „auf Termin“ legen wäre sicher sinnvoll gewesen, bzw. ein laufendes Monitoring der Transaktion. Ob es dazu überhaupt kam – angesichts des Abschlusses über die Niederlassung in London – scheint ja nicht weiter Thema zu sein im Prozess, oder ?

    Alles scheint sich nur um die Vorstandsvorlage für den Kreditbeschluss zu drehen, wobei die Verteidigungslinie der Vorstände zu sein scheint, dass es darin keinerlei Anhaltspunkte für Ungereimtheiten gab – alles üblich, schlüssig und günstig für die Bank und wenn dem nicht so war, dann haben die Mitarbeiter in ihrer Aufgabe versagt, diese Dinge dem Vorstand ausreichend eindeutig zur Kenntnis zu bringen.

  2. Reinzeichner permalink
    10. April 2014 @ 12:40

    Wir haben ja gehört, dass STCDOs nicht börsennotiert sind. Den Tageskurs kann man eben nicht einfach ablesen und darauf handeln. Da müssen Spezialisten erst einmal schwer im Backoffice rechnen und – vielleicht – erhält man dann am nächsten Tag einen Bid auf das Package oder auch nicht.

    Erhellend war für mich immerhin, dass man sich über die Bewertung und den Handel einer Art von Versicherungsprämien unterhält. Kompliziert wird es dadurch, dass hierbei Tranchen, Branchen, Portfoliozusammensetzungen, Zinsen, Konjunkturerwartungen etc. berücksichtigt werden müssen. CDOs sind eben keine fungiblen Produkte.

    Abenteuerlich ist natürlich die „Zauberküche“ des mark-to market, aus der Prof. Hellmich berichtet. Offenbar hatte nicht nur ich Schwierigkeiten, ihm zu folgen. Den Vorständen muss es doch ähnlich ergangen sein, auch, wenn sie behaupten, alles verstanden zu haben. Die Frage stellt sich, ob die Entscheidung des Vorstands „unter (derartiger) Unsicherheit“ Teil der unternehmerischen Freiheit ist oder nicht. Wäre sie es, wäre der Fall eigentlich nicht justiziabel.

    Da fällt mir schließlich nur noch Goethe ein:
    Hat der alte Hexenmeister
    Sich doch einmal wegbegeben!
    Und nun sollen seine Geister
    Auch nach meinem Willen leben.
    Seine Wort´ und Werke
    Merkt ich und den Brauch,
    Und mit Geistesstärke
    Tu ich Wunder auch.

    Und wenn dann noch die Finanzkrise kommt, heißt es:

    Die ich rief, die Geister
    Werd ich nun nicht los.

    • 11. April 2014 @ 7:58

      Der Zauberlehrling passt.
      Für mich hat der massive Einzug kompliziertester Mathematik in die Banken ganz entscheidend die Denk-Kultur von Bankern verändert. Zum Schlechten, nicht zum Guten. Das könnte korrigiert werden, denn niemand ist fehlerlos und Wirtschaften immer ein Such“spiel“. Die Finanzkrise hat ein gleißendes Licht auf diesen gewachsenen Systemfehler geworfen. Das Licht ist mittlerweile verblasst und der Systemfehler hatte kaum Konsequenzen für die Handelnden. Chance vertan.

  3. bescheidwisser permalink
    13. April 2014 @ 19:23

    Man kann darüber streiten, aber die mathematisch aufgerüsteten Produkte werden aus dem Bankgeschäft wohl nicht wieder verschwinden. Außerdem wurde es mE erst dann richtig gefährlich, als trotz ihrer Komplexität das Risikomanagement dieser Produkte immer noch möglich erschien und dabei die ganzen Annahmen und (vereinfachenden) Theorien dahinter vergessen worden sind. Ab dann war es nur ein Glücksspiel mit Einsatz auf das vermeintlich seltene Eintreten bestimmter Ereignisse.

    Allerdings wurden auch nur so Ergebnisse wie die berühmten 25% Eigenkapitalrendite des Herrn Ackermann möglich.

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