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Immobilienkredite: Falsche Zusicherungen aus London?

29 Oktober 2013

Es gibt immer wieder Überraschungen im HSH-Prozess. Am 22. Verhandlungstag kam sie von Bankkaufmann Lars Q. 

Ganz gewöhnliche Zockereien

Q. arbeitete 2007 in der Immobiliensparte in der „Real Estate Finance“ Group. Aufgabe dieser Gruppe war es unter anderem, Immobilienkredite zu neuen Finanzprodukten zu bündeln und diese  an Investoren weiterzugeben. Verbriefen heißt das im Fachjargon. In der Finanzkrise entpuppten sich solch…


Es gibt immer wieder Überraschungen im HSH-Prozess. Am 22. Verhandlungstag kam sie von Bankkaufmann Lars Q. 

Ganz gewöhnliche Zockereien

Q. arbeitete 2007 in der Immobiliensparte in der „Real Estate Finance“ Group. Aufgabe dieser Gruppe war es unter anderem, Immobilienkredite zu neuen Finanzprodukten zu bündeln und diese  an Investoren weiterzugeben. Verbriefen heißt das im Fachjargon. In der Finanzkrise entpuppten sich solche Basteleien als instabile Kartenhäuser. 

Lars Q. war der Mann, der aus den Kredit-Beständen der Immobiliensparte die Kredite für Teil-A von Omega heraussuchte. Er hielt deswegen engen Kontakt zu den Kollegen in London, Marc S. und Paul D. Der heute 41-jährige habe mit beiden Londoner Kollegen immer wieder die Struktur von Omega 55 besprochen, und zwar beide Teile, berichtete er dem Gericht. 

Kreislaufgeschäft ersparte Arbeit

Er fand, dass es gut war, die Risiken einiger Immobilienkredite erst an die BNP Paribas abzugeben (Teil A) und sie dann in Teil-B wieder zurückzunehmen. 

Wieso, fragte Richte…
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4 Kommentare Auch mitreden →
  1. bescheidwisser permalink
    31. Oktober 2013 @ 20:25

    Ich glaube, es gibt immer sehr unterschiedliche Sichtweisen auf ein Geschäft innerhalb der Großbanken. Man spricht ja auch von „Silos“, die höchstens innerhalb eines Bereichs rauf- und runter, aber weniger bereichsübergreifend kommunizieren.

    So konnte es vielleicht passieren, dass ein Bereich wie selbstverständlich von einem Kreislaufgeschäft ausging, während ein anderer jeden Anschein eines solchen Kreislaufgeschäfts vermeiden musste.

    „London“ hat vermutlich jedem erzählt, was er hören wollte. Es gibt ja die Ansicht, dass bei ausländischen Niederlassungen die Regeln mit zunehmenden räumlichen Abstand von der Zentrale weniger gelten – keine rein deutsche Erscheinung, siehe AIG oder JP Morgan.

    • 1. November 2013 @ 9:24

      Ja, so könnte es gewesen sein. Aber vielleicht nur ganz am Anfang?
      Die Abteilung Recht spricht sofort von einem Kreislaufgeschäft, Immobiliensparte wundert sich über irre Struktur und will Kredite aber gern zurück, NPNM muss effizient arbeiten wegen zuviel Arbeit und London ist heiß auf einen Abschluss.
      Und die Vorgabe des Vorstandes wurde klar formuliert: Eigenkapital entlasten, für’s Rating, für Börsenstory, für Basel II-Start.

      Alle Fachabteiliungen aber haben in verschiedenen Entwicklungs-Stadien von Omega 55 miteinander geredet und die Zweifel wurden gegenüber London direkt angesprochen. Dann letztlich nur von „Misskommunikation“ zu sprechen, wird dem meiner Meinung nach nicht gerecht. Hier hat einer berechnend gespielt.
      Für mich stellt sich deshalb die Frage: Wer profitierte am Meisten von dem Geschäft? Stichwort: Boni. Dazu hat das Gericht leider noch gar keine Frage gestellt.
      Boni hat sicherlich erhalten: London. Recht? Nein. Immobiliensparten? Eher nein. NPNM? Nö. :)

      Falscher Eindruck?

  2. bescheidwisser permalink
    4. November 2013 @ 18:34

    Alles was in London passiert ist, kann sicher nicht ohne Berücksichtigung der in der „City“ herrschenden Boni-(Un-)Kultur hinreichend beschrieben und beurteilt werden.

    Es ist unwahrscheinlich, dass sich die Niederlassung der HSH Nordbank davon abkoppeln konnte.

    Zumal gerade für die Hauptfigur des Omega-55-Geschäfts, Luis Marti Sanchez, die Boni-Flughöhe aus der Vergangenheit bekannt ist. Im Jahre 2006 verklagte er seinen früheren Arbeitgeber, die japanische Investmentbank Nomura, auf eine Bonuszahlung in Höhe von 7,5 Millionen Euro – resultierend aus einem einzigen Abschluss !

    http://www.theguardian.com/business/2006/sep/05/money

    Bei der HSH wird er wohl kaum weniger als vorher verdient haben. Und der Dezember war für das Geschäftsjahr 2007 die letzte Gelegenheit, auch die persöchliche Bilanz aufzupolieren.

    • 4. November 2013 @ 19:33

      Jo, Nagel auf den Kopf getroffen, würde ich sagen. Gerüchte besagen, Luis Marti-Sanchez habe ein hohes Gehalt ausgehandelt … ein höheres, als die Vorstände hatten. Von Boni ganz zu schweigen.
      Bei Omega ging es ja um zwei Geschäfte, Teil A im Volumen von 2 Mrd. Euro, Teil B von 4 Milliarden Euro. Welche Boni auf solche Abschlüsse stehen, weiß ich leider nicht. Wüßte es aber gern.
      Kann da jemand helfen, da draußen im Bankensektor?

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