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Prozess fortgesetzt: Warten auf den Gutachter …

7 Januar 2014
von Dani Parthum

Das neue Jahr 2014 im Prozess gegen die 6 früheren HSH-Vorstände hat im großen Saal des Hamburger Landgerichts so begonnen, wie das alte endete: mit Fragen nach Details und mit Beweisanträgen der Verteidiger. 

Gleich zu Beginn des 33. Verhandlungstages am Montag, den 6. Januar, versuchte der Verteidiger von Dirk Jens Nonnemacher, Heinz Wagner, die Aussagen des Zeugen Martin v.G. vom 30. Verhandlungstag zu relativieren und die Glaubwürdigkeit des promovierten Risikofachmanns in Frage zu stellen.  

Die Vorstände selbst ergriffen nicht das Wort. Richter Tully hatte sie am letzten Verhandlungstag im alten Jahr je gebeten, etwas zu den Motiven für Omega 55 zu sagen und zu erklären, „Was sie sich dabei gedacht haben, als sie das Kreditprotokoll unterschrieben haben? Und auf welcher informativen Basis?“ Dazu wollte sich an diesem ersten Prozesstag im neuen Jahr keiner äußern. 

Geladen waren zwei Zeugen:
am Vormittag noch einmal Rainer H.. Am Nachmittag befragten die Richter Gunther P., Bankkaufmann, 45 Jahre alt, immer noch beschäftigt in der HSH Nordbank in Kiel. 

P. war 2007 in der HSH in Kiel zuständig für Transaktionen, mit denen die Bank ihr Eigenkapital ganz legal „schönte“, so wie mit Teil A von Omega 55.

Der Zeuge hat sich die Omega-Transaktion aber nicht ausgedacht. Das waren die Kollegen der Londoner Niederlassung unter ihrem Leiter Luis Marti-Sanchez. Sie haben Omega initiiert und ausgearbeitet. Dass nicht er, sondern die Londoner plötzlich solche Entlastungs-Geschäfte entwickeln durften, habe die Bank entschieden, sagte der Zeuge. Wer das in der Bank entschieden und ihm mitgeteilt habe — das fragten die Richter an dieser Stelle aber leider nicht.    

Ein anderer Zeuge hatte im Prozess zuvor berichtet, das er das Gefühl hatte, es gebe zwischen London und Kiel eine gewisse Konkurrenz. Und dass Gunther P. nicht froh war, dass die Londoner in seinen Gefilden wilderten.

Richtig spannend wird es wohl am nächsten Montag, den 13. Januar. Dann wird sich erstmals ein Gutachter dem Geschäft Omega 55 widmen. Christoph Hultsch, Partner der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young, hat die komplexe Transaktion extra für das Gericht durchleutet.    

 

Den 33. Prozesstag, den ersten im neuen Jahr 2014, habe ich selbst nicht verfolgen können. Das Geschriebene habe ich mir von den anderen Beobachtern erzählen lassen. 

2 Kommentare Auch mitreden →
  1. bescheidwisser permalink
    7. Januar 2014 @ 20:33

    Freut mich, dass Sie weiter über den Prozess berichten – ich bin auch auf den Gutachter gespannt.

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