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Wer bietet mehr? HSH stellt sich per Anzeige zum Verkauf

24 Januar 2017
von Dani Parthum

Es ist die Anzeige des Tages: Seit gestern, 23. Januar 2017, steht sie offiziell zum Verkauf: die HSH Nordbank. Per Zeitungs-Anzeige u.a. im Handelsblatt.

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Screenshot der Verkaufs-Anzeige

Ausgeschrieben ist die Gesamtbank

Interessenten für die HSH melden sich bitte bis zum 27. Februar bei der Citigroup. Zum Verkauf stehe dabei die Gesamtbank, heißt es neben der Anzeige auch im Investor-Relations-Newsletter der HSH. Im April dürfen sich dann potentielle Interessenten die Bücher ansehen (=Due Diligence), naja, zumindest einen Ausschnitt daraus. Bis zum 28. Februar 2018 soll dann ein Vertrag unterzeichnet sein. Ein Kaufvertrag. So sieht es der Zeitplan vor.

Passend zu dieser öffentlichen „Aufforderung zur Interessenbekundung“ hat die HSH Nordbank ihr Erscheinungsbild im Internet geändert.

Erwartet wird Teilverkauf mit weiteren Belastungen für Steuerzahler

Dann kann es ja jetzt losgehen, mit dem Verkauf – dem Teilverkauf. Denn wirklich ernsthaft scheint niemand außerhalb der Bank (und Politik) davon auszugehen, dass die HSH Nordbank als Ganzes an einen Investor geht, also an einer andere Bank.

Allein die interne Abwicklungseinheit, die Restructuring Unit, der HSH Nordbank umfasst immer noch rund 23 Milliarden Euro ausfallgefährdeter Kredite und nicht mehr rentabler Geschäftszweige. Wer die HSH kaufen würde, als Ganzes, müsste freilich auch diese Verlustbringer-Einheit mit erwerben. Eigentlich. Aber das erscheint Fachleuten als Wunschdenken.

Wer sich eine ungeschönte HSH-Jahresrechnung für 2016 ansehen möchte, kann dies hier tun.   

Bieten die Chinesen mit?

Vielmehr könnte es darauf hinauslaufen, dass sich Investoren mit strategischen Interessen wie eine Bank of China die guten Teile der Kernbank schnappen und Heuschrecken wie Lone Star, auch Finanzinvestoren genannt, einen Teil des Restes verwerten. So hatte es zumindest Reuters kürzlich aufgeworfen.

Heuschrecken machen ihr Geschäft dabei immer über den Preis. Je niedriger sie kaufen, desto profitabler ist der Deal für sie. Und was dann noch übrig bleibt von der Bank, fällt den Steuerzahlern vor die Füße. Das müsste zwar nicht so sein, wird es aber wohl.

Und ernsthafte Investoren? Die NordLB hat viele eigene Probleme. Der Weg zur Bank of China wäre für die Länder jedenfalls kurz. Im Juni 2015 hat die ICBC – die Industrial and Commercial Bank of China – eine Filiale in der Hansestadt eröffnet, Rathausmarkt 5. Und wer wollte bestreiten, dass die Chinesen ein großes Interesse an einer engen Geschäftsbeziehung zu Hamburg haben? Vielleicht ist ja im Hafen eine Fläche für sie frei … als Mitgift für die HSH und einen Teil ihrer Altlasten?

Nur so ein Gedanke.  

Anzeige: Schatz, es wird umgebaut

HSH Anzeige: Es wird umgebaut

Schnappschuss Abendblatt

Das Hamburger Abendblatt erlaubte sich in ihrem Artikel über den Verkaufsstart der HSH Nordbank einen kleinen Scherz. Mitten im Artikel platzierte die Anzeigenabteilung eine Reklame für die Messe „Home“. Ob nun gewollt oder nicht. Der gewählte Werbeslogan für die Messe könnte nicht treffender für das Thema HSH Verkauf sein.

 

 

Weiterführende Artikel:

Reuters: Startschuss für HSH – Nord LB fährt Fühler aus
Reuters: HSH fühlt bei Investoren vor – Teilverkauf wahrscheinlich (Nov. 2016)
NDR: HSH Nordbank: Interessenten gesucht
Abendblatt: Wer kauft diesen beiden die HSH ab? (€)
Werner Marnette: Faktencheck über die wahren Ertragsdaten der HSH Nordbank
Netzfrau Doro Schneider: Kaufen wir Steuerzahler doch die Skandalbank HSH

EU schreibt endgültig Verkauf der HSH vor

 

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